Mathias Meinke
Transkript des Interviews mit Mathias
Ich bin Mathias Meinke. Ich arbeite in einer geschützten Werkstatt, der St. Michael. Dort bin ich tätig als Drucker und nebenbei mache ich den Werkstattrat. Ein Werkstattrat steht zwischen dem Chef und den behinderten Mitarbeitern, damit die nicht so untergehen.
Mein Alltag sieht so aus, dass ich ganz früh aufstehe. Ungefähr dreimal in der Woche gehe ich mit meinem Hund Gassi. Dann ess ich Frühstück und gehe zur Arbeit. Ich habe ungefähr fünf Minuten Arbeitsweg. Ich arbeite 35 Stunden pro Woche.
Es gibt Menschen, die nicht verstehen, dass die anderen Leute immer komisch gucken, Behinderte komisch angucken.
Ich wünsche mir mehr Aufklärung. Einen Workshop. Und Projekte, bei denen die Leute Alltagssituationen von Behinderten mal nachspielen und selbst ausprobieren können. Wie es sich anfühlt.
Wichtig ist, die Leute sollen nicht weggucken, sondern hingucken. Und die Leute ein bisschen unterstützen, dass sie sich nicht schlecht fühlen.
Und dass mehr Politiker mal in die Werkstätten reingucken und schauen, welche Arbeit wir dort leisten. Dass dieses wenige Gehalt nicht zufriedenstellend ist. Wie viele, wünsche ich mir auch mehr Gehalt. [Die Werkstätten] sollen eigentlich eine Reha-Maßnahme sein, aber ich habe das Gefühl, viele Leute kommen dort nicht raus auf den Erstarbeitsmarkt.
Ein Arbeitsloser kann zum Beispiel etwas dazu verdienen. Wir gehen jeden Tag auf Arbeit und sitzen nicht zu Hause rum. Da muss es andersrum sein. Wir können mehr Geld verdienen, um nicht der Arbeitslosigkeit nicht zu erreichen.